Liquiditätsplanung für Gründer: so bleibt dein Konto im Plus.

Viele junge Unternehmen scheitern nicht daran, dass sie keinen Gewinn machen, sondern daran, dass das Geld zum falschen Zeitpunkt fehlt. Eine einfache Liquiditätsplanung schützt dich davor.

Von Michael Wild · Lesezeit etwa 4 Minuten

Gewinn ist nicht gleich Geld auf dem Konto

Stell dir vor, du schreibst im März eine Rechnung über 10.000 Euro. In deiner Gewinnrechnung ist der Umsatz im März verbucht. Auf deinem Konto kommt das Geld aber erst im Mai an, wenn dein Kunde mit 60 Tagen Zahlungsziel zahlt. Miete, Software und dein eigener Lebensunterhalt sind trotzdem im März und April fällig.

Genau diese Lücke zeigt die Liquiditätsplanung: Sie rechnet nicht mit Umsätzen und Kosten, sondern mit Einzahlungen und Auszahlungen, Monat für Monat.

So baust du eine einfache Liquiditätsplanung

Eine Tabelle mit zwölf Monatsspalten genügt für den Anfang:

  • Kontostand zu Monatsbeginn
  • Einzahlungen: Zahlungen von Kunden (zum erwarteten Zahlungseingang, nicht zum Rechnungsdatum), Kredite, Zuschüsse, Einlagen
  • Auszahlungen: Wareneinkauf, Miete, Personal, Versicherungen, Software, Marketing, Steuern, Kredittilgung und deine Privatentnahmen
  • Kontostand zu Monatsende: Anfangsbestand plus Einzahlungen minus Auszahlungen

Der Endbestand eines Monats ist der Anfangsbestand des nächsten. Wird er irgendwo negativ, weißt du frühzeitig, wann du handeln musst.

Fünf Posten, die Gründer oft vergessen

  • Umsatzsteuer: Die vereinnahmte Umsatzsteuer gehört nicht dir. Sie wird an das Finanzamt abgeführt, und das kann zeitlich anders liegen als deine Einnahmen.
  • Einkommensteuer-Vorauszahlungen: Nach dem ersten erfolgreichen Jahr setzt das Finanzamt häufig Vorauszahlungen fest, zusätzlich zu einer möglichen Nachzahlung.
  • Krankenversicherung: Als Selbstständiger zahlst du sie selbst, oft in spürbarer Höhe.
  • Jährliche Zahlungen: Versicherungen, Beiträge und Lizenzen, die nur einmal im Jahr fällig werden.
  • Anlaufverluste: Die ersten Kunden kommen fast immer später als geplant.

Wie Steuern in deinem Fall anfallen, klärst du am besten mit einer Steuerberatung.

Drei Warnsignale

  1. Du zahlst Rechnungen erst, wenn eine Mahnung kommt.
  2. Dein Kontokorrentkredit ist dauerhaft ausgeschöpft.
  3. Du weißt nicht, wie dein Kontostand in drei Monaten aussieht.

Wenn eines davon zutrifft, ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Liquiditätsplanung, nicht in drei Monaten.

Unterstützung

Im Finanzplan-Check prüfen wir deine Liquiditätsplanung zusammen mit Umsatz- und Rentabilitätsplanung. Im Business Mentoring behalten wir sie mit dir laufend im Blick.

Dein nächster unternehmerischer Schritt beginnt mit einem Gespräch.

Ob Geschäftsidee, Gründung oder unternehmerische Herausforderung – wir besprechen gemeinsam, wie wir dich unterstützen können.

Porträt: Patcharin Krithai

Patcharin Krithai

Assistenz & Kundenkoordination